Mein Setup, meine Tipps & worauf du wirklich achten solltest

Ein eigenes Heimstudio ist für Sprecherinnen heute fast schon Standard. Egal ob du Hörbücher einsprechen möchtest, Werbung aufnimmst oder deine ersten Voice-Over-Jobs planst. Die gute Nachricht: Du brauchst dafür keine 10.000 €. Aber du brauchst bewusst ausgewähltes Equipment und vor allem: einen guten Raum.
Hall ist der Tod jeder Aufnahme. Da hilft selbst das teuerste Mikro nichts.

In diesem Beitrag zeige ich dir, welche Geräte in meinem Setup stehen, warum ich sie nutze und worauf Anfängerinnen meiner Meinung nach wirklich achten sollten.

1. Das Mikrofon: dein wichtigstes Werkzeug

Ich arbeite aktuell mit zwei Mikrofonen, je nach Projekt und gewünschtem Klang:

RØDE NT1-A – warm, leicht glänzend, beliebt im Midrange-Bereich

Das NT1-A ist warm, hat eine leichte Hochtonbetonung und gibt der Stimme dadurch etwas Glanz. Perfekt, wenn du eine weiche, fast schon „polierte“ Präsenz möchtest.

Sennheiser MK4 – natürlich, ausgewogen, authentisch

Das MK4 ist im Klang neutraler. Es färbt kaum und gibt meine Stimme sehr naturgetreu wieder, mit weicher Präsenz ohne Überbetonung.
Ich nutze es, wenn der Auftrag eine realistische, klare Stimmfarbe braucht.

Worauf du achten solltest als Anfängerin:
  • Für Sprachaufnahmen sind Großmembran-Kondensatormikrofone ideal.
  • Wähle ein Mikro, dass zu deiner Stimme passt
  • Teste unterschiedliche Mikrofone, wenn du dir unsicher bist
  • Achte auf ein Mikro mit XLR Anschluss, diese bieten im Vergleich zu USB Mikros weniger eigenrauschen (mit entsprechendem Interface)
    Midrange liefert in 2025 hervorragende Ergebnisse.

2. Audio-Interface: die unsichtbare Schaltzentrale

Ich arbeite mit einem Focusrite-Interface.
Warum?

  • zuverlässig
  • guter, rauschfreier Vorverstärker
  • plug & play
  • bezahlbar
  • hat eine Phantomspeisung

Das Interface ist der Grund, warum dein Mikro nicht wie eine Blechdose klingt.
Hier gilt: Lieber solides Midrange statt Billiglösung.

3. Computer, wichtig: lautlos!

Ich nutze ein lüfterloses Surface Pro 7 Plus.
Und das ist ein Gamechanger:
Ein lauter Laptop-Lüfter führt unweigerlich zu mehr Arbeit bei der Nachbearbeitung.

Vorteile meines Geräts:

  • komplett lautlos
  • schnell genug für DAWs
  • kompakt und zuverlässig

Du musst kein Surface kaufen, aber achte unbedingt auf Lüfterlosigkeit oder sehr leise Kühlung.

4. Studiokopfhörer: dein zweites Paar Ohren

Ich nutze Beyerdynamic-Kopfhörer, die wirklich jede kleine Nuance hörbar machen.
Für mich ist Monitoring unverzichtbar, weil ich so Fehler direkt bemerke, bevor ich 20 Minuten umsonst einspreche.

5. Raumakustik: wichtiger als jedes Mikro

Viele denken, Technik löst alles.
Nein. Der Raum entscheidet. Hall ist einfach ein bedeutender Indikator dafür, dass deine Aufnahmen nicht professionell sind.

Und Hall bekommst du nicht komplett durch Plugins weg.

Was hilft stattdessen?

  • Absorber an den Erstreflexionspunkten
  • dicker Teppich
  • Vorhänge oder Akustikstoffe
  • Bücherregale als Diffusoren
  • Eine kleine Sprecherkabine oder Booth

Ich baue aktuell eine neue Box, die komplett optimiert ist. Ziel: Reingehen, anschalten, lossprechen.

Ohne jedes Mal alles erst „studiofertig“ machen zu müssen.

6. Mikrofonarm, Popfilter, Spinne: kleine Tools, große Wirkung

Diese Dinge sind unscheinbar, aber sie retten dir Takes:

  • Mikrofonarm: Flexibel, kein Körperschall von Tischplatten.
  • Popfilter: Pflicht, weil Plosive schnell amateurhaft wirken.
  • Spinne (Shockmount): Filtert Vibrationen und Trittschall.

Für Anfänger:innen ist das ein kleines Upgrade mit großer Wirkung.

Mein Workflow: so starte ich meine Aufnahmesessions

Damit du ein Gefühl bekommst, wie eine echte Session bei mir aussieht:

  1. Warm-up: Stimme, Körper, Atmung. Und viel trinken.
  2. Technik hochfahren: PC, Interface, Mikro-Check, Pegel prüfen.
  3. Mikroposition: Immer leicht off-axis, um Plosive zu vermeiden.
  4. Abstand: Nah genug für Präsenz, weit genug um den Nahbesprechungseffekt zu kontrollieren.
  5. Monitoring: Ich höre meine Stimme immer live. So merke ich Fehler sofort.
  6. Aufnahme: Ich setze Marker, höre beim Sprechen bewusst zu und korrigiere direkt.

Aftercare: Pur aufnehmen, keine Effekte beim Recording. Bearbeitung kommt danach.

Was Anfängerinnen unbedingt wissen sollten

Etwas, das ich selbst erst später kapiert habe:

Lerne, deine eigene Stimme zu hören, ohne zu cringen.
Deine Stimme ist ein Instrument. Du musst sie kennen, akzeptieren und bewusst formen können.

Und:
Hör dir andere gute Sprecher:innen an und lerne daraus.

Das ist kein Wettbewerb. Es ist Inspiration.

Fazit: Mit Midrange-Equipment kannst du heute professionell arbeiten

Du brauchst kein High-End-Studio, um professionelle Sprachaufnahmen zu liefern.
Was du wirklich brauchst, ist:

  • ein gutes Mikro (wie NT1-A oder MK4)
  • ein sauberes Interface
  • einen möglichst lauteslosen Rechner
  • gute Kopfhörer
  • Raumakustik, die deinen Sound trägt, nicht feflektiert

Mit diesem Setup kannst du absolut hochwertig produzieren und als Sprecher:in durchstarten.

Wenn du wissen möchest, wie ich meine Booth gebaut habe, bzw. baue, dann folge mir gerne auf Instagram @laura_spricht !