Samstag. Baustart. 210 Kilo Holz. Vier Frauen. Ein Wohnzimmer.
Und der feste Entschluss, das Thema Homestudio und Akustik endlich auf das nächste Level zu bringen.
Ich habe schon länger eine Booth, aber das hier ist etwas anderes.
Geräumiger. Angenehmer. Professioneller. Und vor allem: jederzeit verfügbar, mit gleichbleibendem Klang.
Dieser Beitrag ist eine Dokumentation unseres Fortschritts. Für alle, die sich für den Bau einer eigenen Sprecherkabine interessieren. Egal ob Sprecher:in, Sänger:in oder einfach Mensch mit hohen Audio-Ansprüchen im Homeoffice.
Warum eine neue Sprecherkabine?
Wer regelmäßig spricht oder singt, weiß:
Akustik ist kein Luxus, sondern Grundlage.
Der neue Raum ist als schallgedämmter Raum-im-Raum geplant – mitten im Wohnzimmer. Darin steht später ein kompletter Arbeitsplatz mit:
- Schreibtisch
- Monitoren
- Aufnahmeequipment
- gleichbleibender Akustik, unabhängig von Tageszeit oder Umgebung
Für mich ist das kein Bastelprojekt, sondern ein klarer Schritt:
Das hier ist der neue Startschuss für meine Arbeit als Sprecherin.
Ich habe auf meiner Website bereits über Homeoffice, Technik und Arbeitsumgebung geschrieben. Wenn dich also meine Gedanken dazu auch interessieren, lies gene die anderen Artikel dazu.
Der Bau, oder: 210 Kilo Holz und sehr viel Vertrauen in den Plan
Am Samstag ging es los.
Wir haben rund 210 Kilo Holz und Rigidur abgeholt und daraus zunächst die Rahmen gebaut.
Die Konstruktion misst von außen:
- 1,70 m × 1,50 m
- 2 Meter Höhe
Jede Wand ist in einzelne Elemente unterteilt, damit die Kräfte sauber abgeleitet werden. Eine Seite der Elemente wurde direkt mit Rigidur verschraubt.
Gebaut wurde nicht bei mir, sondern an einem anderen Ort mit viel mehr Platz.
Danach kam der Teil, über den man später lacht (und währenddessen nicht):
der Transport in den 3. Stock. Um 0 Uhr nachts.
Wir waren zu viert.
Jedes Element wog zwischen 30 und 40 Kilo.
Spoiler: Wir haben es geschafft.
Und ja, wir waren sehr froh, dass ein Nachbar zufällig da war und kurz mit angepackt hat.
Das war so natürlich nicht ganz geplant, aber es war wie es war.
Stresslevel 300 % und dann erstmal nachrechnen
Ehrlich: Ich war gleichzeitig
- extrem motiviert
- wahnsinnig nervös
- und komplett gestresst
Der Zeitplan war eng, wir mussten viel fahren und als es dann wirklich losging, haben wir plötzlich alle Planungen infrage gestellt.
Erstmal nachrechnen.
Nochmal messen.
Und dann natürlich: einmal vermessen.
Fünf Zentimeter weniger klingen harmlos bedeuten aber, dass plötzlich alle Rigidurplatten neu zugeschnitten werden müssen. Mehr Arbeit. Mehr Denkerei. Mehr Fluchen. Wir haben aber zum Glück eine Lösung gefunden, so dass wir nicht neu zuschneiden mussten und nur minimal mehr Zeit gebraucht haben.
Und genau da zeigt sich, warum Planung, Flexibilität und Teamwork beim Bau einer Sprecherkabine so wichtig sind.
Vier Frauen, ein Projekt und sehr viel Stolz
Das Beste an diesem Tag?
Wir waren vier Frauen und wir haben dieses Projekt einfach gerockt.
Keine Show, kein Drama. Nur:
- rechnen
- tragen
- schrauben
- Lösungen finden
Was wir an diesem Tag geleistet haben, war körperlich und mental extrem. Und genau deshalb bin ich jetzt schon unfassbar stolz auf diesen Raum, obwohl er noch nicht steht.
Aktueller Stand und was noch fehlt
Aktuell stehen bei mir noch die einzelnen Wandelemente.
Als Nächstes kommen:
- kompletter Zusammenbau
- Basotect in die Wände
- Bespannung mit Molton
- Bau der Tür
- Noppenschaum
- Teppich
- Technik anschließen
- Einbau der Lüftung
Kurz gesagt:
Es wird noch Arbeit. Aber das Fundament steht. Im wahrsten Sinne.
Dokumentation statt Perfektion
Ich habe vom Bau keine klassischen Fotos, aber viele Videos.
Daraus entsteht gerade ein Vlog-Reel auf Instagram, das den Prozess ehrlich zeigt. Inklusive Chaos, Zweifel und Muskelkater.
Dieser Blog soll genau das widerspiegeln:
Keine perfekte Anleitung, sondern eine echte Dokumentation.
Folge mir gerne auf Instagram, @laura_spricht, um die Reels nicht zuverpassen!
Wenn du dich also gerade mit dem Gedanken beschäftigst, eine Sprecherkabine oder ein Homestudio zu bauen:
Du bist nicht allein. Es ist machbar. Und es lohnt sich.
Fortsetzung folgt.